Welche Bäume eignen sich am besten für das Drahten?
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Das Drahten gehört zu den spannendsten Techniken in der Bonsai-Gestaltung. Es ermöglicht dir, die Äste gezielt zu formen und deinem Baum eine harmonische, ästhetische Struktur zu verleihen. Doch nicht jede Baumart eignet sich gleichermaßen dafür. In diesem Artikel erfährst du, welche Bäume besonders gut fürs Drahten geeignet sind, worauf du achten solltest und wie du typische Fehler vermeidest.
Warum ist Drahten in der Bonsai-Kunst so wichtig?
Durch das Drahten kannst du die Äste deines Bonsai in die gewünschte Richtung lenken und ihm eine natürliche, aber stilvolle Form verleihen. Das ist besonders wichtig, wenn du die traditionellen Gestaltungsregeln der Bonsai-Kunst einhalten möchtest. Allerdings braucht es ein wenig Übung – zu viel Druck oder ungeeignetes Material können die Äste beschädigen.
Ein entscheidender Faktor ist die Elastizität des Holzes, die von Baumart zu Baumart variiert. Während einige Bäume biegsam sind und sich gut formen lassen, neigen andere eher dazu, zu brechen. Deshalb ist es wichtig, die richtige Baumart auszuwählen.
Die besten Baumarten zum Drahten
Hier sind einige der beliebtesten Bonsai-Bäume, die sich besonders gut für das Drahten eignen – sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene:
1. Japanische Schwarzkiefer (Pinus thunbergii)
Ein absoluter Klassiker in der Bonsai-Kunst! Ihr Holz ist flexibel, wodurch sich die Äste leicht in Form bringen lassen. Perfekt für Anfänger, da sie robust ist und kleinere Fehler beim Drahten oft verzeiht. Achte nur darauf, den Draht rechtzeitig zu entfernen, da die Äste schnell in die neue Form wachsen.
2. Wacholder (Juniperus spp.)
Wacholder sind sehr anpassungsfähig und haben biegsames Holz – ideal zum Drahten! Sie bieten außerdem eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten, von eleganten geschwungenen Linien bis hin zu dynamischen Formen. Besonders beliebt ist der Chinesische Wacholder (Juniperus chinensis).
3. Ahorn (Acer spp.)
Ahornarten, wie der Japanische Fächerahorn (Acer palmatum), haben weiches, elastisches Holz. Allerdings ist ihre Rinde empfindlich, weshalb du hier besonders vorsichtig sein solltest. Verwende dünnere Drähte und wickle sie locker um die Äste, um Verletzungen zu vermeiden.
4. Chinesische Ulme (Ulmus parvifolia)
Eine tolle Wahl für Einsteiger! Ihre Äste sind flexibel und wachsen schnell in die gewünschte Form. Dadurch siehst du oft rasch Ergebnisse – perfekt, wenn du ungeduldig bist.
5. Fichten (Picea spp.)
Fichten eignen sich gut für fortgeschrittene Bonsai-Gestalter. Ihr Holz ist weniger flexibel als das von Kiefern oder Wacholder, aber mit der richtigen Technik lassen sich dennoch beeindruckende Formen realisieren.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Drahten?
Der richtige Zeitpunkt hängt von der Baumart ab:
🌿 Immergrüne Bäume (z. B. Kiefern, Wacholder): Am besten im Herbst oder Winter drahten, wenn der Baum in der Ruhephase ist. Dann sind die Äste besonders formbar.
🍁 Laubbäume (z. B. Ahorn, Ulme): Idealerweise nach dem Blattfall im Herbst oder kurz vor dem Austrieb im Frühjahr drahten.
Ganz wichtig: Dein Baum sollte gesund sein und nicht unter Schädlingen, Krankheiten oder anderen Stressfaktoren leiden.
Tipps für erfolgreiches Drahten
Damit dein Drahten ein Erfolg wird, solltest du folgende Punkte beachten:
✅ Den richtigen Draht wählen: Aluminiumdraht ist ideal für Anfänger, da er leicht zu biegen ist. Kupferdraht bietet mehr Halt, ist aber schwieriger zu formen. Beides findest du im Bonsai Studio Onlineshop.
✅ Saubere Technik anwenden: Wickele den Draht in einem 45-Grad-Winkel um den Ast, ohne ihn zu fest anzulegen. So schützt du die Rinde vor Verletzungen.
✅ Den Draht regelmäßig kontrollieren: Entferne ihn rechtzeitig, bevor er in die Rinde einwächst. So vermeidest du unschöne Narben oder dauerhafte Schäden.
✅ Geduldig bleiben: Drahten ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Es kann Monate dauern, bis die Äste ihre neue Form dauerhaft beibehalten.
Welche Bäume sind weniger gut fürs Drahten geeignet?
Nicht jede Baumart ist ideal fürs Drahten. Manche Obstbäume, wie Kirschen, haben sehr sprödes Holz und brechen leicht. Andere, wie Bäume mit besonders empfindlicher Rinde, können durch den Draht verletzt werden.
Falls du dennoch solche Bäume gestalten möchtest, solltest du lieber auf andere Techniken wie Beschneiden oder Spannen zurückgreifen.
Fazit: Die richtige Baumwahl macht den Unterschied
Das Drahten ist eine essenzielle Technik, um deinen Bonsai individuell zu gestalten. Besonders für Anfänger eignen sich flexible und robuste Baumarten wie die Japanische Schwarzkiefer, Wacholder oder Chinesische Ulme. Fortgeschrittene können sich an anspruchsvolleren Arten wie der Fichte versuchen. Wichtig ist, dass du dir Zeit nimmst, die richtige Technik lernst und auf die Bedürfnisse deines Baumes achtest.
Hast du Fragen zum Drahten oder suchst du das passende Werkzeug? Schau in unserem Bonsai Studio Onlineshop vorbei – dort findest du alles, was du brauchst, von hochwertigem Draht bis hin zu professionellem Werkzeug.
Jetzt bist du gefragt! Welche Erfahrungen hast du mit dem Drahten gemacht? Teile deine Tipps und Tricks in unserer Facebook-Communityy und werde Teil unserer wachsenden Bonsai-Gemeinschaft! 🌱